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WORKSHOP „All Youth against Police Brutality & Racism“

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COMMUNITY SAFETY EDUCATION SERIES

WORKSHOP „All Youth against Police Brutality & Racism“  (Teil I)

Sonntag, 09.05.2021 | 19 – 21 h

Die Gewalt, die immer wieder durch die Polizei Hamburg ausgeübt wird, findet innerhalb des politischen Systems von Hamburg und Deutschland statt. Durch diese Gewalt wird der systemische Rassismus mit rassistischen Polizeikontrollen von marginalisierten Schwarzen Männern (Racial Profiling) reproduziert, sowie eine militarisierte Polizeipräsenz und Überwachung hergestellt, die das Risiko erhöhen, dass erneut BIPoC rassifizierte Polizei Gewalt erfahren.

Hintergrund

Politisch aktive junge AktivistInnen erfahren extreme Gewalt ganz besonders dann, wenn sie nicht Weiß sind. So wurden nach der #BlackLivesMatter-Demonstration am 6. Juni 2020 am Hauptbahnhof 36 Kinder und Jugendliche verhaftet, während andere Aktivist*innen durch die militarisierte Hamburger Polizei verprügelt und eingeschüchtert wurden und dadurch körperlichen Schaden nahmen. Ein Jahr später, wurden nun Asad und Musa auf dem Heimweg nach der #BlackLivesStillMatter-Kundgebung am 10. April 2021 an der Balduintreppe, von mehreren Polizisten gewaltvoll eingekesselt. Hierdurch erfuhr Musa Verletzungen, die zu einem Krankenhausaufenthalt führten. Im Sommer 2020 wurde ein 15-jähriger Junge von 8 Polizist*innen gewaltvoll eingeschüchtert und zu Boden geworfen, weil er mit einem E-Roller auf dem Bürgersteig fuhr. Oder der Altenpfleger John H., der von zivil gekleideten Polizisten vom Fahrrad gerissen und verletzt wurde, da er sich nach ihrer Ansicht durch die Ausübung seiner Pflegearbeit „verdächtig“ verhielt. Oder auch der Vorfall im Februar dieses Jahres, im Jenisch Park, wo ein Polizeiauto einen 17-jähriger Jungen rücksichtslos verfolgte, weil er seine Freunde ohne Maske umarmt hatte und dabei unter Beschädigung des Wagens mögliche Verletzungen der fußläufigen Polizist*innen und des Verfolgten fahrlässig in Kauf nahm.

Workshop – Beschreibung

Um die polizeiliche und politische Gewalt zu verstehen, wird der erste Workshop „All Youth Against Police Brutality“ mit Unterstützung von Brother Ogun Babadele eine Reflektion zur Kontinuität der Gewalttaten der Polizei in Hamburg und darüber hinaus geben, die politischen Motivationen hinter diesen „polizeilichen Maßnahmen“ betrachten, Informationen und Erfahrungswerte zur Rechtmäßigkeit und Straflosigkeit von Polizeigewalt erläutern sowie darüber aufklären, was deine Rechte sind wenn du Gewalt erfährst oder wie Du anderen Betroffenen am besten helfen kannst.

Referent

Brother Ogun Babadele ist Teil der Annwohner*inneninitiative Balduintreppe und befasst sich seit Jahren mit der Dynamik und Logik hinter polizeilichen Eingriffen gegen junge Schwarze Männer in St. Pauli Süd, die letztlich zu der Ermordung von Yaya Jabbi 2016 führten.

Schreib an organize@blackcommunitycoalition.de für Zoom-Link zur Teilnahme und nimm an unseren gemeinsamen kritischen Nachforschungen teil!

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EN

COMMUNITY SAFETY EDUCATION SERIES

WORKSHOP „All Youth against Police Brutality & Racism“  (Part I)

Sunday, 09.05.2021 | 19 – 21 h

The violence that is repeatedly carried out by the Hamburg police, takes place within the political system of Hamburg and Germany. Systemic racism is reproduced through these demonstrations of power. Racist police stop & frisk of marginalized Black men (Racial Profiling), as well as militarized police presence and surveillance increases the risk of BIPoC to experience repetitive racialized police violence.

Background

Politically active young activists experience brutal and extreme violence at the hands of the police, especially if they are not white. Groups of minors were arrested after the Black Lives Matter Demonstrations on the 6th of June 2020, other activists were brutalized, intimidated, now having to face charges for the violence they had actually to endure from the hands of the police. Musa and Asad were accosted, on their way home, by multiple police officers, for speaking up during the #BlackLivesStillMatter
Demonstration on the 10th of April 2021. Resulting in injuries for which Musa had to stay in the hospital overnight. In Summer of 2020, the pointless and unnecessarily drastic measures taken against the 15-year-old boy who was, consequently, pushed to the ground and accosted by multiple police officers for driving a scooter on the sidewalk. Or the caregiver who was tackled to the ground by two police officers for “looking suspicious” (aka for being black). Or recently, the incident in Jenisch Park in February of this
year, in which a 17-year-old boy was crazily and violently chased by a police car and multiple officers, for hugging his friends without a mask.

Workshop description

The All Youth against Police Brutality workshop series are about police and political violence, reflecting on the continuity of police violence in Hamburg and beyond, looking at the political motivations behind these „police actions“, provide information and experiences on legality and impunity of police violence as well as educate on what your rights are when you experience violence or how you can best help others.

Referent

With the help of Brother Ogun Babadele, who is part of the Neighborhood-Initiative Balduintreppe we will try to understand the dynamics and the logics of police actions against young black men in St. Pauli Süd, which ultimately killed Yaya Jabbi in 2016.

Mail to organize@blackcommunitycoalition.de for the Zoom-link and join our critical examinations!

Protest am Internationalen Tag gegen Polizeigewalt in Hamburg

15. März 2021 – Internationaler Tag gegen Polizeigewalt | International Day against Police Brutality
Park Fiction und Yaya-Jabbi-Circle | Hamburg St. Pauli | Kundgebung: 17 – 20 Uhr

Protest am Internationalen Tag gegen Polizeigewalt insbesondere gegen die systemische und institutionalisierte Gewalt gegen Schwarze Menschen durch die Polizei hier in Hamburg

Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/485584172802967

Die BLACK COMMUNITY Coalition for Justice & Self-Defense organisiert den Protest gemeinsam mit solidarischen und im Thema aktiven bzw. davon betroffenen Gruppen und Organisationen.

Seit 1997 wird der 15. März als internationaler Protesttag gegen Polizeibrutalität begangen. Heute im Jahr 2021 ist auch er auch für uns eine Gelegenheit, an all diejenigen zu erinnern, die durch gewalttätige Handlungen der deutschen Polizei oder in deren Gewahrsam getötet, missbraucht, misshandelt oder anderweitig gesundheitlich geschädigt wurden.

Die Ermordung von George Floyd und insbesondere die Art und Weise seiner Tötung haben uns daran erinnert, dass die Terrorisierung Schwarzer Menschen durch die Polizei nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt eine Pandemie ist.

Erst am letzten Samstag starb Qosay Sadam Khalaf nach Pfeffersprayeinsatz im Delmenhorster Polizeigewahrsam … Yaya Jabbi wurde 2016 in Hamburg wegen eines Bagatelldeliktes wochenlang seiner Freiheit in Untersuchungshaft beraubt und soll dann einen nicht nachvollziehbaren „Suizid“ begangen haben … Christy Schwundeck wurde 2011 in Frankfurt/Main in einem Jobcenter erschossen … niemals werden wir den grausamen Tod des 2018 unrechtmäßig inhaftierten Amed Ahmad in Kleve oder den offensichtlichen Mord an Bruder Oury Jalloh 2005 in Dessau vergessen können.

Viel zu viele Menschen sind durch Polizeigewalt und in Polizeigewahrsam ermordet worden und Zehntausende wurden und werden schikaniert und misshandelt. Wir erhalten immer wieder und viel zu zahlreiche Videos von abscheulichen Vorfällen brutaler Polizeipraktiken.

Der Generalverdacht, den sich die Hamburger Polizei gegenüber Schwarzen Menschen antrainiert hat, trifft Schwarze Menschen überall in der Stadt in den unterschiedlichsten Lebenssituationen – ein Schwarzer französischer Falschparker wird in George-Floyd-Manier am Boden fixiert, ein Schwarzer Altenpfleger wird von seinem Fahrrad heruntergezogen oder ein Schwarzer Lehrer wird in seiner Schule wie ein angeblicher Einbrecher behandelt, einem afrikanischen Asylbewerber wurde der Schädel gebrochen und er wurde ins UKE gebracht, wo er von der Polizei fälschlicherweise für betrunken erklärt wurde. … und das sind nur einige der öffentlich bekannten negativen Beispiele für Racial Profiling Einstellungen und Praktiken der Hamburger Polizei und auch in Chemnitz haben wir in den letzten Monaten gesehen, wie eine Schwarze Frau und ihre Familie misshandelt, verletzt und traumatisiert wurden. Jeder dieser Vorfälle hat uns daran erinnert, dass die Geißel des Polizeiterrors – und die rassistische Kriminalisierung, Schikane und Racial Profiling, die ihm vorausgehen – so akut, ungerecht und empörend bleiben wie eh und je.

All dies geschieht vor dem Hintergrund riesiger unbeantworteter Fragen über eine dokumentierte polizeiinterne Kultur rassistischer und gewaltverherrlichender Bilder und den gleichzeitig anhaltenden Versuchen, Daten über eindeutig rassistische Polizeipraktiken zu verbergen oder zu manipulieren.

Die institutionellen impliziten Vorurteile gegenüber Schwarzen Menschen – Anti-Schwarzer Rassismus – sind kolonial-historisch gewachsen, wurden in diskriminierenden Gesetzen festgeschrieben und erneuern sich in der täglichen Behördenpraxis immer wieder aufs Neue. Dieser Teufelskreislauf wird von einer Kultur der Ignoranz und der Verweigerung zur Erhebung international vorgeschriebener, statistischer Erhebungen zu staatlicher Diskriminierung von rassifizierten Minderheiten oder grundsätzlichen Qualitätskontrollen zur Effektivität bestimmter polizeilicher Maßnahmen immer wieder nach dem Motto angefeuert, dass sich ausgerechnet die Polizei nicht am gesamtgesellschaftlichen Rassismus beteiligen würde, weil der ja schließlich „verboten“ sei!

Die systematische Strafbefreiung von rassistischen Übergriffen von Polizeibeamt*innen muss beendet werden – und dafür ist die Anerkennung der systemischen Wirkungsweise rassistischer Denk- und Verhaltensmuster eine Grundvoraussetzung. Dass sich ausgerechnet die Polizei außerhalb dieser systemischen Verhältnisse sehen will, ist wohl eher ein Zeichen für fehlendes Reflektionsvermögen und rassistische Ignoranz, als für verantwortungsbewusstes Behördenhandeln und angemessene Fehlerkultur.

Kommt am Montagabend, den 15. März 2021, mit uns zusammen, um rassistischen Polizeiterror zu verurteilen, der Opfer zu gedenken und den Kampf gegen rassistischen Polizeiterror fortzusetzen. 

Wir treffen uns um 17 Uhr im Park Fiction / Yaya-Jabbi-Circle.

Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen gegen die Polizeigewalt im Deutschland, die unsere Communities immer wieder besonders betrifft!

BLACK COMMUNITY Hamburg

BLACK COMMUNITY Coalition for Justice & Self-Defense

ASMARA’s World – RefugeeSupport

Akonda – Eine-Welt-Café

Remember Yaya Jabbi

Young Struggle Hamburg

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EN

Park Fiction and Yaya-Jabbi-Circle | Hamburg St. Pauli |

Rally: 5 – 8 p.m.

Protest on the International Day against Police Brutality especially against the systemic and institutionalized violence against Black people by the police here in Hamburg

The BLACK COMMUNITY Coalition for Justice & Self-Defense is organizing the protest together with groups and organizations in solidarity and active against police brutality in or affected by the issue of racist police violence.

Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/485584172802967

Since 1997, March 15 has been proclaimed as an international day of protest against police brutality. Today in 2021, it is also an opportunity for us to remember all those who have been killed, abused, mistreated or otherwise harmed in health by violent acts of the German police or in their custody.

The killing of George Floyd, and especially the dehumanizing way of his killing, have reminded us that the terrorization of Black people by police is a pandemic – existing not only in Germany, but throughout the world.

Just last Saturday, Qosay Sadam Khalaf died in Delmenhorst police custody after being pepper-sprayed … Yaya Jabbi was deprived of his liberty for weeks in pre-trial detention in Hamburg in 2016 for a petty offense and then allegedly committed an untraceable „suicide“ … Christy Schwundeck was shot dead in a job center in Frankfurt/Main in 2011 … and never will we be able to forget the cruel death of Amed Ahmad, unlawfully detained in Kleve in 2018 nor the apparent murder of Brother Oury Jalloh in Dessau in 2005.

Far too many people have been murdered through police violence and in police custody, and tens of thousands have been harassed and mistreated. We receive repeated and far too numerous videos of heinous incidents of brutal police practices.

The general criminal suspicion that the Hamburg police have trained themselves into towards Black people is hitting Black people all over the city in all sorts of life situations – a Black French parking violator being pinned to the ground in George Floyd killing style, a Black elderly care worker being pulled off his bike or a Black teacher being treated like an alleged burglar in his school, an African asylum seeker having his skull fractured and being taken to the UKE where he was falsely declared drunk by the police. All these are just a few of the publicly known negative examples of racial profiling attitudes and practices by the Hamburg police, and in Chemnitz, too, we have seen in recent months how a Black woman and her family were abused, injured and traumatized. Each of these incidents has reminded us that the scourge of police terror – and the racist criminalization, harassment, and racial profiling that precede it – remains as acute, unjust, and outrageous as ever since.

All of this occurs against a backdrop of huge unanswered questions about a documented internal police culture of racist and violent imagery, together with persistent attempts to hide and manipulate data about clearly racist police practices.

Institutional implicit bias against Black people-anti-Black racism has grown colonially-historically, has been codified in discriminatory laws, and continues to renew itself in daily agency practices. This vicious cycle is fueled by a culture of ignorance and a refusal to collect internationally mandated statistics on state discrimination against racialized minorities or fundamental quality controls on the effectiveness of certain police measures, claiming that the police would not participate in the racism of the society as a whole just because it is, after all, „forbidden“!

The systematic exemption from punishment of racist assaults by police officers must be ended – and for this, the recognition of the systemic mode of action of racist patterns of thought and behavior is a basic prerequisite. That the police, of all people, want to see themselves outside of these systemic conditions is probably more a sign of a substancial inability to self-reflection and racist ignorance than one of responsible agency action or culture of correcting errors.

Join us on Monday evening, March 15, 2021, to condemn racist police terror, remember the victims, and continue the fight against racist police terror. 

We will meet at 5pm at Park Fiction / Yaya Jabbi Circle.

Let’s make a statement together against police violence in Germany, which always affects our communities in particular!

BLACK COMMUNITY Hamburg

BLACK COMMUNITY Coalition for Justice & Self-Defense

ASMARA’s World – RefugeeSupport

Akonda – Eine-Welt-Café

Remember Yaya Jabbi

Young Struggle Hamburg

Statement zu rassistischen Übergriff der Hamburger Polizei gegen einen Schwarzen Lehrer DE-EN

Hamburg, den 27. Januar 2021

Statement zu rassistischen Übergriff der Hamburger Polizei gegen einen Schwarzen Lehrer

Die BLACK COMMUNITY in Hamburg ist empört und verurteilt den rassistischen Übergriff Hamburger Polizeibeamt*innen auf den Schwarzen Lehrer Philip Oprong Spenner von der Stadtteilschule Am Heidberg in Hamburg Langenhorn am 22. November 2020. Einem Zeitungsbericht zufolge „alarmierte“ eine 14-Jährige die Polizei. Sie „meldete“, dass „sich ein schwarzer maskierter Mann“ in der Schule aufhalte.

Die Polizei Hamburg löste daraufhin einen Großeinsatz aus, weil wegen eines einzelnen Schwarzen Mannes mit einem Corona-Mund-Nase-Schutz in einem beleuchteten Klassenzimmer unmittelbar „… der Verdacht bestand, dass sich ein oder mehrere Einbrecher in der Schule befände(n)“. Die Polizei rückte daher mit gleich 5 Peterwagen und 15 Polizist*innen an. Die Polizeibeamt*innen agierten unmittelbar mit gezogenen Dienstwaffen und grellen Taschenlampen, wodurch sich die Nachbarschaft natürlich ebenfalls alarmiert zeigte. Trotz Corona-Pandemie bildete sich im Verlauf eine eigentlich genehmigungspflichtige Zuschauermenge von ca. 100 Menschen.

Bruder Oprong öffnete trotz des aggressiven Auftretens der Beamt*innen das Fenster des Klassenraumes und zeigte keinerlei Fluchtreaktion. Obwohl er erklärte, dass er Lehrer an der Schule sei, die Schlüssel für die Schule besitze und auch die polizeiliche Abfrage der Namen der Schulleitung und des Hausmeisters flüssig beantworten konnte, war der „kriminelle Verdacht“ gegen ihn damit noch lange nicht ausgeräumt. Zwei der Beamten begleiteten ihn ins Lehrerzimmer – was die Ortskenntnis des Lehrers bewies – und nahmen dort die Personalien seiner Ausweispapiere auf, die er dort zurückgelassen hatte. Aber selbst das war freilich noch immer nicht genug – Bruder Oprong sollte trotz Vorliegens seiner Ausweispapiere angeben, wo er denn geboren sei und wie lange er sich schon in Deutschland aufhalte. Beendet wurde der Polizeieinsatz in der Stadtteilschule erst nach 38 min und mehreren Telefonaten zur Bestätigung seiner Identität und den mitgeteilten Angaben zum Lebenslauf.

Diese Handlungsweise der Hamburger Polizei gegenüber einem Schwarzen Lehrer demonstriert einmal mehr den tief verankerten und institutionellen Kriminalisierungswillen dieser Behörde gegenüber Schwarzen Menschen. Nicht nur, dass die Polizei ohne konkrete tatsächliche Hinweise gleich „mehrere Einbrecher“ zurechtfantasiert und einen Großeinsatz auslöst – die Beamt*innen vor Ort ignorierten sowohl die Kooperationsbereitschaft und Orts- und Personalkenntnis des von ihnen zwanghaft Verdächtigten als auch seine Schlüsselgewalt über das Schulgebäude. Darüber hinaus bezweifelten sie ganz offensichtlich auch noch die Echtheit seiner Ausweispapiere, weswegen sie ihn trotz des Vorliegens immer weiter zu persönlichen Angaben wie zum Geburtsort oder dem Beginn seines Aufenthaltes in Deutschland befragten.

Wie kann das denn sein?

Widerspricht ein Schwarzer Lehrer dem „kriminalistischen Erfahrungsschatz“ dieser Polizist*innen etwa so vehement, dass seine offensichtlich zutreffenden Angaben konsequent unglaubwürdig erscheinen müssen? Ist es tatsächlich professioneller Standard der Polizei Hamburg, sich nach einer Waffenandrohung gegen einen zu Unrecht Verdächtigten und einer extensiven 38-minütigen Verhör- und Kontrollmaßnahme mit Bestätigung der Richtigkeit aller Angaben nicht wenigstens für die verursachten  „Unannehmlichkeiten“ zu entschuldigen? Oder kann eine solch angemessene wie erwartbare Entschuldigung bei Schwarzen Menschen etwa generell einfach so unterbleiben?

Die unwürdige und diskriminierende Behandlung von Bruder Oprong ist ohne rassistische Stereotype und dem kollektiven Willen zu willkürlich erniedrigender und unangemessen gewaltvoller Behandlung von Schwarzen Menschen ganz generell nicht erklärbar. Genau so zeigt sich institutionalisierter Rassismus und genau so entäußern sich die unsäglichen kollektiven Vorurteile durch strukturell gewolltes und politisch geduldetes Racial Profiling durch Strafverfolgungsbehörden.

Einerseits sind wir schockiert über einen erneuten kollektiv-rassistischen Übergriff der Hamburger Polizei aber andererseits auch erleichtert darüber, dass dieser gewalttätige Angriff auf Bruder Oprong nicht noch weiter eskaliert ist oder mit körperlichen Verletzungen oder nach der angedrohten Waffengewalt gar tödlich geendet hat. Die Menschen unserer Communities fühlen sich von diesem Vorgang re-traumatisiert, verunsichert und erneut kollektiv gedemütigt. Dazu trägt auch bei, dass sich weder die Leitung, noch das Lehrer*innenkollektiv der Stadtteilschule bisher öffentlich mit ihrem Kollegen solidarisiert oder den Vorfall selbst skandalisiert haben.

Wir verurteilen das wiederholte rassistische Agieren der Hamburger Polizei auf das Schärfste und erwarten eine angemessene Entschuldigung der verantwortlichen Polizeibeamt*innen sowie eine öffentliche Stellungnahme der Polizeiführung. Von den politisch Verantwortlichen der Innenbehörde und dem Senat erwarten wir nun endlich Konsequenzen und Entscheidungen zur nachhaltigen Umsetzung von Maßnahmen zur Unterbindung strukturell diskriminierender Polizeipraktiken, eine adäquate anti-rassistische Aus- und Weiterbildung für alle Beamt*innen und die transparente Offenlegung von Effizienz und Verhältnismäßigkeit polizeilicher Maßnahmen. Fehlerkultur und Veränderung benötigen statistische Grundlagen und transparente Analysen statt Ignoranz und Korpsgeist.

Black Community Coalition for Justice & Self-Defense

Kontakt: mailto:info@blackcommunitycoalition.de

Mitunterzeichner*innen:

BLACK COMMUNITY in Hamburg | BLACK COMMUNITY in Deutschland | ARRiVATi | CECAM e.V. | Alafia – Afrika Festival | ARCA – Afrikanisches Bildungszentrum e.V. | Akonda | African Communities Organisers |AICC – Afro-International Culture Center |Black Lives Matter Hamburg | Black Media Group Germany | Tschobe für Freedom | Initiative in Remembrance of YAYA JABBI | ASUIHA – African Survival in Hamburg | Sierra Leone Community| Naija EndSars Protest Group | Egbe Isedale Ati ilosiwaju omo Yoruba Ev.|Guinea Community initiative|  African Home | Asmaras Refugee Support| Black Students for Justice | TopAfric Radio | African Heritage | Refugee Radio Network | FemcamH e.V. | Lessan e.V. | Sipua Consulting | ISD Hamburg |Initiative in Gedenken an Oury Jalloh | The VOICE Refugee Forum Germany | Karawane für die Rechte von Geflüchteten und Migrant*innen | Sonja Collison

PDF_Statement-Rassistischer-Polizeiübergriff-auf-Bruder-Oprong


EN

Hamburg, January 27, 2021

Statement on a racist assault by Hamburg police against a Black teacher

The BLACK COMMUNITY in Hamburg is outraged and condemns the racist attack of Hamburg police officers* on the Black teacher Philip Oprong Spenner from the district school Am Heidberg in Hamburg Langenhorn on November 22, 2020. According to a newspaper report, a 14-year-old girl „alerted“ the police. She „reported“ that „a black masked man“ was in the school.

The Hamburg police immediately  launched a large-scale operation because, as a result of a black man wearing a Corona mouth-nose protection in a lit classroom“… The suspicion was that one or more burglars were in the school.“ The police arrived with a squad of no less than 5 police cars and 15 police officers. The officers took immediate action with drawn service weapons and bright flashlights, which of course alarmed the neighborhood. Despite the Corona pandemic, a crowd of about 100 people formed in the course of the event, an assembly which would normally have required an official permit.

Brother Oprong opened the window of the classroom despite the aggressive behavior of the officers and showed no intention to escape and although he explained that he was a teacher at the school, that he had the keys to the school, and even the fact that he answered the police query about the names of the school administration and the janitor with no hesitation, the „criminal suspicion“ against him was still far from being dispelled. Two of the officers accompanied him to the teachers‘ room – which proved the teacher’s knowledge of the building – and took down the personal data of his identity papers.  Even that was not enough – Brother Oprong was interrogated and had to state where he was born and how long he had been residing in Germany. Despite the fact that he presented his identity papers, it still took several telephone calls to confirm his identity. He had to endure the entire police operation for over 38 minutes.

This behavior of the Hamburg police towards a Black teacher demonstrates once again the deeply rooted and institutional will of this authority to criminalize Black people. Not only did the police imagine „several burglars“ without concrete actual evidence and launched a large-scale operation – the officers on site both ignored both his willingness to cooperate as well as his local and grounded knowledge of the school building, the staff rooms. They officers compulsively held him suspect despite the fact that he was authorized to be in possession of the school In addition, obviously they doubted the authenticity of his identity papers, which is why they continued to question him about personal details such as his place of birth or the beginning of his stay in Germany, despite the fact that written information was available to them.

How can this be?

Does a Black teacher contradict the „criminalistics experience“ of these police officers so vehemently that his obviously correct statements must appear consistently implausible to them? Is it really professional standard of the Hamburg police to not at least apologize for the „inconvenience“ caused after a threat with a weapon against a wrongly suspected person and an extensive 38-minute interrogation and control measure with confirmation of the correctness of all statements? Or can such an appropriate and expected apology simply be omitted from Black people in general?

The undignified and discriminatory treatment of Brother Oprong cannot be explained without racist stereotypes and the collective will to arbitrarily humiliate and unreasonably treat Black people violently in general. This is exactly how institutionalized racism manifests itself and exactly how the unspeakable collective prejudices are expressed through structurally founded and politically condoned racial profiling by law enforcement agencies.

On the one hand, we are shocked by yet another collective racist attack by the Hamburg police, but on the other hand, we are also somehow relieved that this violent attack on Brother Oprong did not escalate even further or ended up with physical injuries or fatal after the threatened on gun point. The people of our communities feel re-traumatized, unsettled and once again collectively humiliated by this event. It also contributes to this that neither the management, nor the teachers‘ collective of the district school have so far publicly shown solidarity with their colleague or scandalized the incident itself.

We strongly condemn the repeated racist actions of the Hamburg police and expect an appropriate apology from the responsible police officers as well as a public statement of the head of police. From the political leaders of the Interior Department and the Senate, finally, we expect consequences and decisions for sustainable implementation of measures to stop structurally discriminatory police practices, for appropriate anti-racist education and training for all officers and for transparent disclosure of efficiency and proportionality of police measures in general. A reflective culture on errors and a climate of change require a statistical basis and transparent analysis instead of ignorance and a code of silence.

Black Community Coalition for Justice & Self-Defense

Contact: mailto:info@blackcommunitycoalition.de

Co-signers:

BLACK COMMUNITY in Hamburg | BLACK COMMUNITY in Deutschland | ARRiVATi | CECAM e.V. | Alafia – Afrika Festival | ARCA – Afrikanisches Bildungszentrum e.V. | Akonda | African Communities Organisers |AICC – Afro-International Culture Center |Black Lives Matter Hamburg | Black Media Group Germany | Tschobe für Freedom | Initiative in Remembrance of YAYA JABBI | ASUIHA – African Survival in Hamburg | Sierra Leone Community| Naija EndSars Protest Group | Egbe Isedale Ati ilosiwaju omo Yoruba Ev.|Guinea Community initiative|  African Home | Asmaras Refugee Support| Black Students for Justice | TopAfric Radio | African Heritage | Refugee Radio Network | FemcamH e.V. | Lessan e.V. | Sipua Consulting | ISD Hamburg |Initiative in Gedenken an Oury Jalloh | The VOICE Refugee Forum Germany | Karawane für die Rechte von Geflüchteten und Migrant*innen | Sonja Collison

PDF_Statement-Racist-Police-assault-on-Bother-Oprong