Category Archives: Externe Veranstaltung

Rahmenprogramm Hamburg Alafia – Afrika Festival

Rahmenprogramm zum ALAFIA-AFRIKA FESTIVAL

01. – 03. Oktober 2021 (bitte Corona 3G-Regeln beachten)

Politisches Denken & Kritisches Bewusstsein

In Zusammenarbeit mit der

BLACK COMMUNITY Coalition For Justice & Self-Defence

Das ganze Rahmenrogramm als PDF

Das ALAFIA Festival auf: https://alafia.de/

Freitag, 01. Oktober 2021  | 16:00 Uhr

  1. KINDERBUCH LESUNG & SINGEN MIT FREUDE – Ombeni Ngonyani

Ombeni Ngonyani wurde in Tanzania geboren und hat tansanische, sudanesische und Wurzeln in Swasiland.

Sie ist Autorin, zertifizierte Referentin für globales Lernen und Singer Songwriter. Sie ist Aktivistin für den Umwelterhalt und setzt sich weltweit für die Rechte von Kindern und dabei insbesondere als „intaktiv e.V.“-Botschafterin für das geschlechtsübergreifende Recht auf genitale Unversehrtheit ein. Sie ist ehrenamtliche Lesebotschafterin für die „Stiftung Lesen“ und setzt sich als Schirmherrin bei der NABU Hamburg für den Schutz der Störche ein, die in Deutschland leben und in Tansania überwintern.

Im Jahr 2017 gründete sie KUI-KORONGO UNIT INTERNATION, eine Non Profit Organisation für Vögel, Umweltschutz und Bildung mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Mit von ihr konzipierten und geschriebenen Methoden, unterrichtet sie Kinder ab dem Kindergartenalter und in allen Schularten. Sie unterrichtet zu allen Themen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Workshops oder Fortbildungen für interessierte Erwachsene. Sie schreibt Lieder auf Deutsch und auf Kiswahili, sowie pädagogische Mitmach-Theaterstücke für Kinder. Wer Interesse hat, kann Ombeni Ngonyani über das Kontaktformular anschreiben, nach den BNE Angeboten fragen oder sie gleich buchen. Alle Bücher, die auf Ombenis-Verlag präsentiert werden, können auch direkt über denselben Weg bestellt werden. (https://ombenisverlag.de/)

Freitag, 01. Oktober  2021  | 15:00 – 16:30 Uhr

  1. Podiumsdiskussion: Institutioneller Rassismus in der Medizin

Rassismus beinhaltet strukturelle, interpersonelle und individuelle Aspekte, die sich historisch und kontextuell verändern. Rassistisches Handeln und rassistische Diskriminierungserfahrungen im Gesundheitswesen sind wichtige Determinanten von gesundheitlichen Ungleichheiten in der Bevölkerung als Ganzes. Als System ist der Rassismus in einer Weise institutionalisiert worden, die es ermöglicht, Muster, Verfahren, Praktiken und Strategien innerhalb von Organisationen zu etablieren, die Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Kultur oder ethnischen Herkunft strukturell benachteiligen oder ausbeuten. Das System des Rassismus wirkt auch darauf, wie sich Individuen selbst wahrnehmen (internalisierter Rassismus). Die einstündige Veranstaltung mit dem Titel „Institutioneller Rassismus in der Medizin: Perspektiven für Gesundheitserziehung, Patienten-Empowerment und Verantwortlichkeiten“ wird persönliche Erfahrungen, Einsichten und Fachwissen der Diskussionsteilnehmer*innen und des Publikums umfassen.

Dr. med. Amma Yeboah (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Psychodynamische Supervisorin) wird über Live-Video zugeschaltet sein und Aktivist*innen der folgenden Organisationen werden vor Ort anwesend sein:

Bundesfachnetz Rassismus und Gesundheit

Black in Medicine

AG Anti-Schwarzer Rassismus

Initiative  zum Gedenken  an Achidi John

BLACK COMMUNITY Coalition for justice & Self-Defence

Amma Yeboah wurde in Ghana geboren und wuchs in Botswana, Namibia und Deutschland auf. Sie studierte Humanmedizin an der Freien Universität Berlin, absolvierte eine Ausbildung zur Trainerin und promovierte an der Charité, Universitätsmedizin Berlin.

Dr. med. Amma Yeboah ist Psychodynamische Supervisorin und Fachärztin für Psychiatrie & Psychotherapie mit dem Schwerpunkt geschlechtersensible, psychiatrisch psychotherapeutische Versorgung.

Als Dozentin und Lehrbeauftragte an mehreren Universitäten fokussiert sie intersektionale Perspektiven in der Medizin und Psychotherapie. Gesellschaftspolitisch interessiert sich Amma Yeboah für die Auswirkungen von Dominanzstrukturen auf die kollektive Psyche.

Freitag, 01. Oktober 2021  | 16:45 – 17:10 Uhr

  1. KURZFILM – HAMBURG KOLONIAL (6 min) – Sonja Collison

Sonja Collison – Hamburger Deern mit ghanaischen Wurzeln, ist als Creative Producerin (Autorin, Journalistin, Redakteurin, Regisseurin, Produzentin) & Diversity Coach tätig.

Diese Mischung und ihr Schwerpunkt Diversität in den Medien führen dazu, dass diese Powerfrau bereits diverse Filmproduktionen selbst umsetzen konnte und an so einigen weiteren mitwirken durfte. Dokus, Reportagen, Musikvideos, Werbefilme gehören zu ihrer Expertise, wobei der Spielfilm inzwischen auch schon eine größere Rolle in ihrer Arbeitswelt spielt.

Als studierte Kulturantrophologin setzt sie sich für eine dekolonalisierte Gesellschaft ein. Als ausgebildete Diversity-Trainerin gibt sie  unter anderem Workshops mit den Schwerpunkten Anti-Rassismus, was Bilder und Sprache mit uns machen und Empowerment.

Zusätzlich ist sie als Sensitivity Reader, Watcher and Writer aktiv und setzt sich dabei rassismuskritisch mit den Werken der deutschen Filmlandschaft auseinander. Hierzu stellt sie klar: “Ja das ist auch Arbeit, die Zeit, Wissen und Kraft kostet und somit auch Geld kostet.”

Instagram: @sunny_sunshines_world

Mail: Collison-media@outlook.com

Homepage: www.cosmocollison.com

 

Freitag, 01. Oktober 2021  | 17:15 – 18:00 Uhr

  1. LECTURE TALK – LEADERSHIP – Professor Koudzo Sewodo Komlanvi (english)

Definition of leadership in an organization, leadership styles, traits of a good leader, etc. …

Role of young people in leadership positions in our communities

Who are the learners you have learned from?

(DE) Definition von Führung in einer Organisation, Führungsstile, Eigenschaften einer guten Führungskraft, etc.

Rolle von jungen Menschen in Führungspositionen in unseren Gemeinschaften

Wer sind die Lehrer*innen, von denen Sie gelernt haben?

Professor Koudzo Sewodo Komlanvi  is Togolese and grew up in New York, USA.  After his higher education studies, He  taught different disciplines at the university level for over 20 years, as well as being an Education Consultant.  In the past three years, He has been teaching Mathematics at the HAW Applied Sciences University of Hamburg.

He is an avid entrepreneur and Co-owner of Joavina Organics business based in Hamburg. 

He is a husband and a father. 

(De) Prof. Koudzo Sewodo Komlanvi ist Togolese und wuchs in New York, USA, auf.  Nach seinem Hochschulstudium unterrichtete er über 20 Jahre lang verschiedene Disziplinen auf Universitätsniveau und war außerdem als Bildungsreferent tätig.  Seit drei Jahren unterrichtet er Mathematik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg.

Er ist ein begeisterter Unternehmer und Miteigentümer des Unternehmens Joavina Organics in Hamburg.

Er ist Ehemann und Vater.

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Sonnabend, 02. Oktober 2021  | 12:00 – 13.00 Uhr

  1. LESUNG – KINDERBUCH ODO – Dayan Kodua

Glücklich und zufrieden lebt Odo mit ihrer Mama in einem wunderschönen Dorf in der Nähe von Accra in Ghana. Am liebsten spielt sie mit ihren Freunden Fangen oder Verstecken. Und wenn sich am Himmel mal wieder dicke graue Wolken türmen, führen sie fröhliche Tänze im Regen auf. Doch dann erfährt Odo, dass ihre Mama mit ihr nach Deutschland auswandern will! Dabei kann sie sich überhaupt nicht vorstellen, ihre Freunde zurückzulassen. Beim Gedanken daran wird ihr ganz schwer ums Herz. Ob es Odo gelingt, ihre Angst zu überwinden?

Dayan war zehn Jahre alt, als ihre Familie Ghana verließ, um sich in Deutschland eine bessere

Zukunft aufzubauen. Sie gehört zum ehemaligen Königreich der Ashanti, die für die Adinkra-Symbole und die Königinmutter Yaa Asantewa, die anfangs des 20. Jahrhunderts den

Ashanti-Aufstand gegen die Briten führte, bekannt sind.

Dass ihre Welt die Bühne ist, bewies sie schon früh: Als Teenager tanzte und sang sie u.a. für Chris de Burgh, Sascha, Lou Bega, Haddaway, Right Said Fred und einige andere.
An der Fachhochschule Kiel machte Dayan das Fachabitur sowie einen Abschluss als staatlich geprüfte Wirtschaftsassistentin. Danach folgte sie ihrem Herzen und absolvierte an der Coaching Company Berlin eine Schauspielausbildung. In Los Angeles setzte sie diese am Theater of Arts und am Howard Fine Acting Studio fort.

In den USA trat Dayan in US-Produktionen wie „Boston Legal“, „Passions“ und in den Kinofilmen „Crank“ und „Lords of the Underworld“ auf.
Ihre Vorbildrolle versteht sie als Auftrag, die junge schwarze Generation mit Migrationshintergrund zu inspirieren, ihre Integration zu fördern und sie selbstbewusst und erfolgreich zu machen.

Sonnabend, 02. Oktober 2021  | 13:30-14:15 Uhr

  1. VORTRAG & GESPRÄCH

Rassismuskritische Bildungsarbeit  mit dem Schwerpunkt Kita/Vorschule – Christiane Kassama

Rassistische, diskriminierende Vorurteile/Denkweisen sind nicht vorgegeben, sondern erlernt.

Da das „Eigenbild“ das „Fremdbild“ bestimmt, sollten sich Pädagog*innen, Erzieher*innen und alle Erziehende damit auseinandersetzen, damit eine gute Bildungsarbeit gelingen kann und starke Kinder das Bild der Gesellschaft prägen.

Christiane Kassama ist Kita-Leiterin, Pädagogin, Aktivistin und Trainerin. Sie ist in Baden-Baden geboren und aufgewachsen. Seit 1985 lebt und arbeitet sie in Hamburg, wo sie für eine diskriminierungssensible, rassismuskritische Frühbildung von Kindern in Kita und Vorschule eintritt. Die Pädagogin war früher aktiv in der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und organisiert bis heute das Afrikafestival ALAFIA in Hamburg mit.

Sonnabend, 02. Oktober 2021  | 14:30 – 15:15 Uhr

  1. KEYNOTE/ IMPULSVORTRAG – Gwaldys Awo

Gwladys Awo ist Vorstandsvorsitzende des Vereins Lessan e.V. Sie hat zum Thema weibliche Verstümmelung/ Beschneidung promoviert und ist Lehrbeauftragte an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften an der Universität Hamburg. Sie initiierte den Hamburger Schutzbrief 2019 und der Bundesweiten Schutzbrief 2021. Frau Awo entwickelt Integrationsprojekte für von FGM/C und von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffene Frauen. Außerdem koordiniert sie seit mehreren Jahren verschiedene von der EU geförderte Projekte.

Sonnabend, 02. Oktober 2021  | 15:30 – 16:30 Uhr

  1. LECTURE TALK – Professor Koudzo Sewodo Komlanvi (english)

Africa is Rising!

How can we take action and inspire transformation? Socially, economically, politically etc. …

Afrika ist im Aufbruch!

Wie können wir handeln und den Wandel inspirieren? Sozial, wirtschaftlich, politisch etc. …

(En) Prof. Koudzo Sewodo Komlanvi is Togolese and grew up in New York, USA.  After his higher education studies, He taught different disciplines at the university level for over 20 years, as well as being an Education Consultant.  In the past three years, He has been teaching Mathematics at the HAW Applied Sciences University of Hamburg.

He is an avid entrepreneur and Co-owner of Joavina Organics business based in Hamburg. 

He is a husband and a father. 

(De) Prof. Koudzo Sewodo Komlanvi ist Togolese und wuchs in New York, USA, auf.  Nach seinem Hochschulstudium unterrichtete er über 20 Jahre lang verschiedene Disziplinen auf Universitätsniveau und war außerdem als Bildungsreferent tätig.  Seit drei Jahren unterrichtet er Mathematik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg.

Er ist ein begeisterter Unternehmer und Miteigentümer des Unternehmens Joavina Organics in Hamburg.

Er ist Ehemann und Vater.

Sonnabend, 02. Oktober 2021  | 17:00 – 18:00 Uhr

  1. DOKUMENTARFILM – SANKOFA „Return and get it!

SANKOFA „Return and get it”, ein Film von Maman Salissou Oumarou (anwesend) Dokumentarfilm, HD, Ton, 60 min, Farbe, Deutschland 2016.

Angefangen hat alles mit einer Ausstellung von „Gabah-African-Art“ in der Buchhandlung „A.U. Headquarter“ in Berlin. Einer Ausstellung von Gemälden aus Afrika, an der Künstler nicht teilnehmen konnten, da ihnen entweder nicht die finanziellen Mittel oder ein Visum zur Verfügung standen. So entstand mein Entschluss, die Künstler in Ghana zu treffen, um dort mit ihnen über ihre Vision von Kunst zu sprechen.

Maman Salissou Oumarou, Dokumentarfilmer und Autor, studierte und arbeitete im Niger.

2001 stellte er einen Asylantrag und kam nach Sachsen-Anhalt. Während der Wartezeit zu seinem Asylantrag nahm er zahlreiche Qualifizierungsangebote wahr und intensivierte seine Arbeit als Filmemacher und Aktivist in der Flüchtlingsselbstorganisation The VOICE Refugee Forum.

Mit seinem ersten Film „MAMA“ (unter künstlerischer Leitung von Rolf Teigler) bekam er die gläserne Trophäe für den besten Fernsehbeitrag des Rundfunkpreises Mitteldeutschland.

Er wirkte an Simon Paetaus Film Oury Jalloh mit – der Film erhielt 2008 den deutschen Menschenrechtsfilmpreis.

Von 2009 bis 2015 studierte Maman Salissou Oumarou an der Kunsthochschule für Medien in Köln.

2010 wird er mit dem DAAD Preis an der KHM ausgezeichnet, der „neben hervorragenden Leistungen im Studium auch das soziale Engagement der Ausgezeichneten“ würdigt.

Zudem veröffentlichte er 2016 das Buch „Zur Geschichte und Gegenwart afrikanischer zeitgenössischer Malerei“ beim Akademikerverlag.

In Wuppertal, wo er seit 2014 lebt, begleitet er junge Leute bei der Umsetzung und Realisierung ihrer Filme in verschiedenen Medien-Projekten und er organisiert die Afrika Filmtage in Wuppertal seit 2016 mit. 

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Sonntag, 03. Oktober 2021  | 12:00 – 13:15 Uhr

  1. FAMILIENPROGRAMME

Die Selbst-Organisation “BLACK PARENTS ORGANIZE” bietet ein Programm für die ganze Familie mit Storytelling, Liedern & Snacks, offenes Mikrofon

Community Kinder sind eingeladen, eine Rede zu halten, ein Lied zu singen, ein Gedicht vorzutragen usw.  Anmeldung: info@arrivati.de

Special Music Guest: FaNi

FaNi ist eine Singer-Songwriterin aus dem Senegal und macht schon seit ihrer Kindheit Musik. Die Musikrichtung in der sie sich bewegt ist Afro-Akustik. Sie singt auf Englisch und ihrer Muttersprache Wolof.

Sonntag, 03. Oktober 2021  | 13:30 – 14:30 Uhr

  1. LESUNG/ Q & A – Vielfalt statt Einfalt

Vielfalt statt Einfalt – Ankwetta Beatrice Achaleke beschreibt ihr Erfolgsrezept Vielfalt und dessen Herausforderungen und führt die Leserinnen und Leser anhand ihrer Lebensstationen in Afrika und Europa zu einem erweiterten wie punktgenauen Vielfalts-Verständnis. Für Achaleke ist Diversität kein leeres Fremdwort, sondern der Leitgedanke ihres Lebenslaufs. Für Achaleke ist Vielfalt nicht nur ein Management-Werkzeug, sondern der rote Faden ihrer Biografie

Ankwetta B. Achaleke ist Autorin, Dozentin und stolze Afrikanerin. Im Alter von 24 Jahren zog sie nach Österreich, wo sie 20 Jahre lang lebte.

Diversität hat Beatrice Achaleke schon mit der Muttermilch aufgesogen. Die Geschäftsführerin von „Diversity Leadership“ ist in Kamerun geboren und in einer kamerunischen Großfamilie aufgewachsen. „In unserem Land gibt es über 250 verschiedene Völker und zwei Amtssprachen, in der Schule wurden wir in Englisch und Französisch unterrichtet“, so Achaleke. Sie studierte an der Universität von Yaoundé in Kamerun Rechtswissenschaften bevor sie nach Österreich ging. In Wien studierte sie Soziologie und gründete 2003 ihren ersten Verein.

Sie ist eine mehrfach preisgekrönte soziale Transfopreneurin und Gründerin zahlreicher Organisationen, darunter die Black Women’s Community und das International Center for Black Women’s Perspectives sowie Organisatorin des ersten Black European Women Congress und des Black European Women’s Council.

Im Jahr 2015 zog sie radikal zurück auf den Mutterkontinent, um dort sich neu zu definieren.

Sonntag, 03. Oktober 2021  | in der Pause

3. Light Family Band

Musikalisches Empowerment für Kids & Eltern.

Sonntag, 03. Oktober 2021  | 15:30 – 16:30 Uhr

4. Anti Rassismus – Abwehrstrategien – Empowerment

Wer oder was ist rassistisch?

Der Rassismus-Diskurs in Deutschland „krankt“ an einem mangelnden systemischen Verständnis der Rassismus-Definition und einer systematischen Abwehr v.a. derjenigen, die durch strukturelle Ausklammerung von Rassismuserfahrungen in diesem globalisierten System privilegiert sind …

Dieser Workshop bietet durch einen Impulsvortrag zu den Begriffsbestimmungen von Diskriminierung und Rassismus, deren individuellen und institutionalisierten Dimensionen, den Phänomenen von Intersektionalität, Internalisierung und Abwehrmechanismen sowie zu Strategien anti-rassistischer Bildungsarbeit und Interventionen eine Plattform für eine interaktive Diskussion zu diesem wichtigen Thema an.

Im Kern der sich anschließenden Diskussion soll die Verständigung darüber stehen, was Anti-Rassismus bedeutet und beinhalten muss und warum „nur nicht rassistisch“ sein zu wollen, keine Grundlage für eine Veränderung des rassistischen Status quo sein kann.

Rassismus verändert alle und alles – nicht nur die Gemeinten, Abgewerteten und Ausgegrenzten, sondern auch die, die Rassismus bewusst oder unbewusst ausüben und letztlich auch die, die passiv bleiben und tatenlos zusehen…

Stichwortkatalog: personale vs soziale Identität – Stereotype vs Vorurteile – Stigmatisierung vs Diskriminierung – Kategorisierung vs Hierarchisierung – Gleichheit vs Gerechtigkeit – Anti-Faschismus vs Anti-Rassismus

Mwayemudza Ndindah ist ein in Ostdeutschland geborener Arzt und Blacktivist zimbabwischer Herkunft, der heute in Hamburg lebt. Er ist Gründungsmitglied der BLACK COMMUNITY COALITION FOR JUSTICE & SELF-DEFENSE und bei ARRiVATi aktiv, wo er sich als Arzt und Menschenrechtsaktivist für illegalisierte Menschen und die Black Community einsetzt. Im Rahmen der ACADEMY of BLACK STUDIES, AFRICAN CULTURE & HERITAGE hält er Workshops und Vorträge zu systemischem Rassismus und zu Fällen institutioneller Tötungen Schwarzer Menschen in Deutschland und beteiligt sich als Moderator an internationalen Online-Foren zu afrozentrischen Perspektiven, Bildung und Empowerment.

Als Aktivist engagierte er sich in den selbstorganisierten Refugee-Kämpfen des VOICE Refugee Forum Germany und der Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen sowie im Kampf für Gerechtigkeit in Fällen von Schwarzen Menschen, die straffrei getötet wurden – insbesondere in den Fällen von Oury Jalloh, der am 7. Januar 2005 in der Zelle Nr. 5 des Dessauer Polizeireviers gefoltert, getötet und verbrannt wurde. Als Mediziner weist er darauf hin, dass medizinische Ethik und Dienstleistungen weithin auf eurozentrischen „White Science“-Ansätzen in Konzeption, Lehre und Praxis beruhen, die immer mehr kommerzialisiert werden und dabei die Würde und Selbstbestimmung von Patienten im Allgemeinen und Schwarzen Patienten im Besonderen auf der Strecke bleibt. Systemischer Rassismus ist nicht nur ein Paradigma für Polizei, Justiz oder Politik, sondern auch in der Medizin allgemein und besonders in der Psychiatrie.

Sonntag, 03. Oktober 2021  | 17:00 – 18:00 Uhr

5. KEYNOTE-VORTRAG

Empowerment jetzt: Panafrikanische Frauenperspektiven zur Überwindung von MAAFA

Marianne Ballé Moudoumbou ist Diplom-Dolmetscherin, Universität Mainz in Germersheim, und übt seit 2005 in und von Potsdam aus den Beruf der Konferenzdolmetscherin aus. Außerdem ist sie Ehrenamtskoordinatorin im Projekt VIW-Vitamin P PAWLO Chancenpatenschaften.  Sie ist in vielen Organisationen (ehrenamtlich) engagiert: Sie ist Koordinatorin und Sprecherin der Pan-African Women’s Liberation Organisation (PAWLO) Deutschland, Vertreterin verschiedener NGO’s auf UN-Konferenzen, unter anderem auf der Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban. Sie engagiert sich in breitem Bündnis für eine offizielle Anerkennung der während der „MAAFA“ – Große Zerstörung – verübten Völkermorde und Verbrechen und für entsprechende Entschädigungen.

Sie ist Mitglied des Sprecher*innenrats der Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO), Korordinatorin deren AG Empowerment und Anti-Rassismus, und des brandenburgischen Landesintegrationsbeirats, Mitbegründerin und ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Zentralrat der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland, Mitglied des Sprecher*innenrats  von VENROB e.V., dem Netzwerk entwicklungspolitischer Gruppen, Initiativen und Vereine im Land Brandenburg, und Mitbegründerin des Komitees für ein Afrikanisches Denkmal und Radio-Macherin.

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Dienstag, 05. Oktober 2021  | 18:00 – 20:00 Uhr

Teil 1 : Entschuldigung und Entschädigung JETZT! – 20.  Jahrestag der Ermordung von Achidi John am UKE – Daniel Manwire

Zwanzig Jahre nach dem Foltermord an Achidi John ist es an der Zeit, dass sich die Verantwortlichen und Beteiligten ihrer Verantwortung stellen.

In Hamburg starb  der 19-jährige Afrikaner Achidi John während eines gewaltsamen Brechmitteleinsatzes. Der gewaltsame Folter-Tod von Bruder Achidi John weist viele Parallelen zum Tod von Bruder Tonou-Mbobda auf. Achidi wurde am Morgen des 8.12.2001 durch Zivilfahnder in St. Georg festgenommen und zur Brechmittel-Folter in die Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf verbracht.

Teil 2 : Institutionelle und Rechtsstaatlicher Parallelen zum Fall Tonou Mbobda – Brother Mwayemudza

Wieder in Hamburg und wieder am UKE stirbt am 21. April 2019 ein Schwarzer Mann durch Gewaltanwendung und die Missachtung ärztlicher Ethik und Sorgfaltspflichten. Wieder warnt der Betroffene vor seinem eigenen Tod und wird wieder nicht gehört. Wieder wird ein klinisch toter Mensch tagelang in der Intensivstation künstlich beatmet und erst dann für „wirklich“ tot erklärt…

Die juristische Strafvereitelung durch die Hamburger Staatsanwaltschaften und die politische Verhinderung einer verantwortungsbasierten Aufklärung im Wissenschaftsausschuss komplettieren das Deja-Vu für die Black Community in Hamburg und Deutschland…

Eine Analyse der Fakten einerseits und der strategischen Narrative zur Strafvereitelung andererseits…

(EN) Part 3 : The importance of culture of remembrance and claiming responsibility in the struggle against institutional violence and impunity – Sista Oloruntoyin

In the face of the ongoing killings of Black and racialized people by German authorities and institutions and their racist practices of violence, the struggle for justice, accountability and change is closely linked to our culture of remembrance. It refutes the official theses of alleged “ single cases“, „tragic isolated incidents“ and the generalized legal innocence of the perpetrators.

Those who ignore history and its mistakes are doomed to repeat them over and over again!

(DE) Teil 3 : Die Wichtigkeit von Gedenkkultur und Einforderung von Verantwortung im Kampf gegen die institutionelle Gewalt und Straflosigkeit – Sista Oloruntoyin

Im Angesicht der anhaltenden Tötungen von Schwarzen und rassifizierten Menschen durch deutsche Behörden und Institutionen und deren rassistischen Gewaltpraktiken ist der Kampf für Gerechtigkeit, Verantwortung und Veränderung eng mit unserer Gedenkkultur verbunden. Sie widerlegt die offiziellen Thesen von angeblichen Einzelfällen, „tragischen“ Einzelschiksalen und juristischen Unschuldigkeit der Täter*innen.

Wer die Geschichte und deren Fehler ignoriert, ist dazu verdammt, sie immer wieder zu wiederholen!

Teil 4 : Diskussion

Mit Aktivist*innen der folgenden Organisationen:

Initiative in Gedenken an Achidi John

Die Initiative zum Gedenken an  Achidi John versucht seit vielen Jahren, die Vorgänge und Verantwortlichkeiten für die Tötung von Achidi John im Dezember 2001 aufzuarbeiten und fordert nun, am UKE einen Gedenk­ort für diejenigen Menschen zu schaffen, die Opfer von Brechmittelfolter geworden sind.

Justice For Mbobda

Justice for Mbobda ist eine Initiative der Black Community Hamburg, die für die Aufklärung des Mordes an Bruder Tonou Mbobda am 21. April 2019 vor der Psychiatrie des UKE in Hamburg kämpft und die hinterbliebene Familie unterstützt. Sie hat den Fall deutschlandweit bekannt gemacht und begleitet und setzt sich für Veränderungen im rassistischen Status quo am UKE ein, der immer wieder zu Todesfällen bei Schwarzen Patient*innen führt.

BLACK COMMUNITY Coalition for Justice & Self-Defence

Die BLACK COMMUNITY COALITION for JUSTICE & SELF-DEFENCE ist ein Zusammenschluss von Organisationen, die sich zur Verteidigung gegen Afrophobie – Anti-Schwarzen-Rassismus, staatliche Gewalt und systemische Ungleichbehandlung zusammengeschlossen haben. Wir fördern politisches Bewusstsein, soziales Empowerment, Community Bildung und Engagement, um die Zusammenarbeit und Selbstbestimmung von Menschen Afrikanischer Herkunft zu stärken und setzen uns für die Interessen der Afrikanischen und Schwarzen Communities ein.

https://www.facebook.com/BlackCommunityCoalition/

info@blackcommunitycoalition.de

https://www.instagram.com/black.community.coalition/

https://www.instagram.com/black.community.hamburg/

 

Sista Oloruntoyin (LaToya Manly-Spain)ist eine Yoruba-Gesangs- und Performancekünstlerin und Mitbegründerin der BLACK COMMUNITY Coalition for Justice & Self-Defence.

Sie ist Mitglied von ARRiVATi, einem BPOC-Kollektiv, das Kunst als ein Instrument des Widerstands einsetzt und Strategien für Emanzipation, Dekolonisierung und Community Care entwickelt. Sie hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Selbstorganisation Schwarzer Afrikanischer Interessengruppen und Kampagnen in Deutschland, wie z.B. dem Black History Month Hamburg, dem Afrikanischen Frauentag im Hamburger Rathaus, der Africa Unity Week und dem Africa Liberation Day in Deutschland Als Afrika-zentrierte psychosocial counsellor engagiert sie sich für die psychische Gesundheit. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Psychologie im kulturellen Kontext, Afrikanischem Wissen und Indigenen Praktiken. Sie ist eine Pan-Afrikanistin und Mitglied von ABPSI (The Association of Black Psychologists), GPAN (Global Pan Africanism Network) und regelmäßige Gastgeberin von BMHM Online-Events (Black Mental Health Matters).

Seit über 12 Jahren ist sie Teil des ALAFIA-Teams.

Sie ist Mutter von zwei Töchtern, Damilola und Deola (bekannt als Djamila) und Großmutter von Enioluwa)

Kontakt: oloruntoyin@blackcommunitycoalition.de

Daniel Manwire macht seit mehr als 20 Jahren Bildungs- und soziale Arbeit in Hamburg und engagiert sich unter anderem in der Initiative in Gedenken an Achidi John und der Initiative in Gedenken an Yaya Jabbi.

Brother Mwayemudza ist ein in Ostdeutschland geborener Arzt und Blacktivist zimbabwischer Herkunft, der heute in Hamburg lebt. Er ist Gründungsmitglied der BLACK COMMUNITY COALITION FOR JUSTICE & SELF-DEFENSE und bei ARRiVATi aktiv, wo er sich als Arzt und Menschenrechtsaktivist für illegalisierte Menschen und die Black Community einsetzt. Im Rahmen der ACADEMY of BLACK STUDIES, AFRICAN CULTURE & HERITAGE hält er Workshops und Vorträge zu systemischem Rassismus und zu Fällen institutioneller Tötungen Schwarzer Menschen in Deutschland und beteiligt sich als Moderator an internationalen Online-Foren zu afrozentrischen Perspektiven, Bildung und Empowerment.

Als Aktivist engagierte er sich in den selbstorganisierten Refugee-Kämpfen des VOICE Refugee Forum Germany und der Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen sowie im Kampf für Gerechtigkeit in Fällen von Schwarzen Menschen, die straffrei getötet wurden – insbesondere in den Fällen von Oury Jalloh, der am 7. Januar 2005 in der Zelle Nr. 5 des Dessauer Polizeireviers gefoltert, getötet und verbrannt wurde.

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Wissenschaftsausschuss zu Tonou Mbobda – Teil 3

 
DE – EN – FR
„Alles richtig gemacht“ – das Töten Schwarzer Menschen in Hamburg wird politisch abgesegnet
 
Am Dienstag, den 10.11.2020 hat der Wissenschaftsausschuss der Hamburger Bürgerschaft seine „Klärung der Umstände des Todes von William Tonou-Mbobda am 26. April 2019 am Universitätskrankenhaus Eppendorf“ abgeschlossen und sich dabei – genauso wie der zuständige Staatsanwalt Mahnke – durchgängig und ausschließlich auf die Schutzbehauptungen der Verantwortlichen des UKE gestützt:
 
Prof. Gallinat – Leiter der UKE-Psychiatrie – stellte die Täter*innenperspektive abschließend klar: die tödliche Zwangsfixierung von Bruder Tonou Mbobda durch Securities des UKE im Beisein von Krankenpfleger*innen der Klinik sei gar keine medizinische Maßnahme gewesen und demzufolge hätte auch keine ärztliche Aufsichtspflicht bestanden. Kontakt zur Familie hätte man aufgrund des laufenden Verfahrens noch nicht aufgenommen, aber im Fall der Tötung von Bruder Tonou Mbobda hatte man ja laut Pressemitteilung „alles richtig gemacht“. Obwohl man im UKE niemals rassistisch war oder sein könnte, hat man im Juni 2020 eigens eine „Beauftragte für Migration, Integration und Anti-Rassismus“ installiert. Diese präsentierte sich zwar bei diesem letzten Ausschusstermin, trug jedoch nichts Konkretes zum vorliegenden Fall Tonou Mbobda bei.
 
Staatsanwalt Mahnke argumentierte sich am Ende seiner Befragung mit der Vermeidung einer möglichen Freiheitsstrafe von (mindestens) 3 Jahren für Körperverletzung mit Todesfolge in Grund und Boden, ganz so als ob das Abwenden dieses möglichen Strafmaßes wichtiger wäre, als die Schuldfrage in diesem Tötungsdelikt gerichtlich umfassend aufzuklären. Die gleich reihenweisen Rechts- und Richtlinienverletzungen der UKE-Securities interpretierte Mahnke kurzerhand in eine „Notwehr in Lebensrettungsabsicht“ um – dem besonders zu schützenden Patienten unterstellte er hierzu die Rolle des „Aggressors“ und machte ihn so für den gewaltsam erlittenen Tod selbst verantwortlich. Grundlage seiner Argumentation waren die Zeug*innenaussagen der Täter und verantwortlichen Mitarbeiter*innen des UKE – Zeug*innenaussagen von Patient*innen und einer Passantin verwarf der Staatsanwalt vermittels einer abenteuerlich menschenverachtenden „Lagerzeugen“-Theorie.
 
Unsere einschlägigen Erfahrungen haben sich leider trotz kritischer Nachfragen von Ausschussteilnehmer*innen der Fraktion Die LINKE und teilweise auch aus der Fraktion Grüne Hamburg wieder einmal und erneut bestätigt – der gewaltsame, institutionelle Tod Schwarzer Menschen ist gerne „tragisch“ aber immer unververmeidlich und muss auch in jedem Falle straffrei bleiben. Kritische Fragen werden entweder ignoriert oder zynisch vom Tisch gewischt, die Perspektive der Familie bleibt ungehört und die der BLACK COMMUNITY unerwünscht.
 
Rassismus ist und wirkt systemisch – hier wurde einmal mehr demonstriert, wie er ausgeführt, verleugnet und unter den Teppich gekehrt wird. Die Opfer werden stigmatisiert, diffamiert und kriminalisiert – die Täter*innen als Opfer dargestellt, ihr tödliches Handeln gerechtfertigt und sie von jeglicher Verantwortung freigesprochen. Den Hinterbliebenen wird damit ihr Recht auf Aufklärung und Wiedergutmachung verweigert – und die Täter*innen im rassistischen Status quo gestärkt.
 
Unser Kampf für Aufklärung – Gerechtigkeit – Anerkennung – Veränderung geht weiter!
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EN
„Everything done was right“ – the killing of Black people in Hamburg is again politically sanctioned
 
On Tuesday, November 10, 2020, the Science Committee of the Hamburg Parliament concluded its „Clarification of the circumstances of the death of William Tonou-Mbobda on April 26, 2019, at the University Hospital Eppendorf“, basing itself – just like the responsible Public Prosecutor Mahnke – consistently and exclusively on the protective assertions of those responsible at the UKE:
 
Prof. Gallinat – head of UKE psychiatry – finally clarified the perspective of the perpetrators: the deadly forced fixation of Brother Tonou Mbobda by securities of the UKE in the presence of nurses of the hospital was not a medical measure at all and therefore there was no need of medical supervision by doctors. Contact with the family had not yet been made due to the ongoing proceedings, but in the case of the killing of Brother Tonou Mbobda, according to the press release, „everything had been done right“ anyways. Although the UKE has never been or could never be racist, in June 2020 a special „Commissioner for Migration, Integration and Anti-Racism“ was installed. This representative presented herself now at this last committee meeting but did not contribute anything concrete concerning the case of Tonou Mbobda.
 
Prosecutor Mahnke argued cynically at the end of his questioning that a possible prison sentence of (at least) 3 years for bodily injury resulting in death in the ground had to be avoided, as if averting a possible sentence was more important than comprehensively clarifying the question of guilt in this homicide in front of a court. Denying any accountability, Mahnke reinterpreted the series of violations of law and guidelines of UKE-Securities as „self-defense with the intention of saving life“ and accused the patient who in his psychotic state should have been particularly protected of being the „aggressor“ and thus held him responsible for his own violent death. The basis of his argumentation were the testimonies of the perpetrators and responsible employees of the UKE – testimonies of patients and a passer-by were rejected by the public prosecutor by means of an ableistic and demeaning „encampment witness“ theory.
 
Our relevant experiences have unfortunately and once again been confirmed despite critical inquiries from committee members of the parliamentary group The LEFT and partly also from the Green Party in Hamburg – the violent, institutional death of Black people is sometimes „tragic“ but always unavoidable and must remain in impunity by any means possible. Critical questions are either ignored or cynically wiped off the table, the perspective of the family remains unheard and that of BLACK COMMUNITY undesirable.
 
Racism is and appears systemic – here it was demonstrated once again how it is carried out, denied and swept under the carpet. The victims are stigmatized, defamed and criminalized – the perpetrators are presented as victims, their deadly actions are justified and they are acquitted of any accountability. The surviving dependents are denied their right to clarification and reparation – and the perpetrators are strengthened in a generally racist status quo.
 
Our fight for clarification – justice – accountability – transformation continues!
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FR – Traduit avec www.DeepL.com/Translator (version gratuite)
 
„Tout ce qui a été fait était juste“ – le meurtre de Noirs à Hambourg est de nouveau sanctionné politiquement
 
Le mardi 10 novembre 2020, la commission des sciences du Parlement de Hambourg a conclu son „éclaircissement des circonstances de la mort de William Tonou-Mbobda le 26 avril 2019 à l’hôpital universitaire d’Eppendorf“, en se basant – tout comme le procureur Mahnke – de manière cohérente et exclusive sur les affirmations protectrices des responsables de l’UKE :
 
Le professeur Gallinat – chef du service de psychiatrie de l’UKE – a finalement clarifié le point de vue des auteurs : la fixation forcée et mortelle du frère Tonou Mbobda par des titres de l’UKE en présence d’infirmières de l’hôpital n’était pas du tout une mesure médicale et il n’y avait donc pas besoin de surveillance médicale par des médecins. Le contact avec la famille n’a pas encore été établi en raison de la procédure en cours, mais dans le cas du meurtre de frère Tonou Mbobda, selon le communiqué de presse, „tout a été fait correctement“ de toute façon. Bien que l’UKE n’ait jamais été ou ne pourrait jamais être raciste, en juin 2020, un „commissaire spécial pour la migration, l’intégration et la lutte contre le racisme“ a été installé. Cette représentante se présente maintenant à cette dernière réunion de la commission mais n’apporte rien de concret concernant le cas de Tonou Mbobda.
 
Le procureur Mahnke a soutenu cyniquement à la fin de son interrogatoire qu’il fallait éviter une éventuelle peine d’emprisonnement de (au moins) 3 ans pour les dommages corporels ayant entraîné la mort dans le sol, comme si éviter une éventuelle peine était plus important que de clarifier de manière exhaustive la question de la culpabilité dans cet homicide devant un tribunal. Niant toute responsabilité, Mahnke a réinterprété la série de violations de la loi et des directives de l’UKE-Securities comme de la „légitime défense avec l’intention de sauver la vie“ et a accusé le patient qui, dans son état psychotique, aurait dû être particulièrement protégé d’être „l’agresseur“ et l’a donc tenu pour responsable de sa propre mort violente. La base de son argumentation était les témoignages des auteurs et des employés responsables de l’UKE – les témoignages des patients et d’un passant ont été rejetés par le procureur public au moyen d’une théorie de „témoin de camp“ habile et humiliante.
 
Nos expériences pertinentes ont malheureusement et une fois de plus été confirmées malgré les enquêtes critiques des membres de la commission du groupe parlementaire The LEFT et en partie aussi du parti des Verts à Hambourg – la mort violente et institutionnelle des Noirs est parfois „tragique“ mais toujours inévitable et doit rester impunie par tous les moyens possibles. Les questions cruciales sont soit ignorées, soit cyniquement effacées de la table, la perspective de la famille reste ignorée et celle de la COMMUNAUTÉ NOIRE est indésirable.
 
Le racisme est et semble systémique – ici, il a été démontré une fois de plus comment il est pratiqué, nié et balayé sous le tapis. Les victimes sont stigmatisées, diffamées et criminalisées – les auteurs sont présentés comme des victimes, leurs actions meurtrières sont justifiées et ils sont acquittés de toute responsabilité. Les personnes à charge survivantes se voient refuser leur droit à des explications et à des réparations – et les auteurs sont renforcés dans un statu quo généralement raciste.
 
Notre combat pour la clarification – la justice – la responsabilité – la transformation continue !

Offener Brief von Wissenschaftler*innen und Student*innen an die Hamburger Staatsanwaltschaft

Wir dokumentieren hier den Offenen Brief auf Initiative von Hamburger Akademiker*innen an den für die Einstellung des Ermittlungsverfahrens im Fall Tonou Mbobda verantwortlichen Oberstaatsanwalt Lars Mahnke von der Hamburger Staatsanwaltschaft, den Wissenschaftler*innen und Student*innen aus ganz mitgezeichnet haben.

Wir bedanken uns ausdrücklich für diese zivilgesellschaftliche Solidarität mit Unterstützung unserer Forderungen nach vollständiger Aufklärung, der Übernahme von Verantwortung und Rechenschaft für den gewaltvollen Tod von Bruder Tonou Mbobda sowie angemessenen Konsequenzen mit transparenten Veränderungen aller der Bedingungen, die zu seinem und vor ihm schon zum Tod von Achidi John (2001) geführt haben.

Aus der Pressemitteilung von Mitarbeiter*innen der HAW (PDF-Link):

„Rassismus in Deutschland: Der Fall William Tonou-Mbobda

William Tonou-Mbobda war 2009 aus Kamerun nach Deutschland gekommen, um zu studieren. 2019 verstarb er nach einem Einsatz von Sicherheitskräften in der Hamburger Uniklinik Eppendorf. Die Staatsanwaltschaft ermittelte in dem Fall. Das Verfahren wurde ohne Anklage eingestellt. Dagegen wehren sich Mitarbeiter*innen der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), unter ihnen auch namhafte Professor*innen.

Neben der HAW haben auch Professor*innen und Mitarbeiter*innen der Universität Hamburg, der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg, sowie der Universität zu Köln, der FH Kiel, der Universität Oldenburg, der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), der Bergische Universität Wuppertal, der Universität Siegen, der Universität Bielefeld, der Universität Vechta, der Ruhr-Universität Bochum, der Alice Salomon Hochschule Berlin, der Hochschule für Technik und
Wirtschaft Berlin, der Theologischen Hochschule Friedensau, der Universität Mannheim, der Europa-Universität Flensburg, der Hochschule für Gesundheit Bochum, der Universität Bremen, der Universität Kassel, der Johannes Gutenberg- Universität Mainz, der Universität Göttingen und der Universität Lüneburg den offenen Brief unterschrieben.“

Offener Brief an die Hamburger Staatsanwaltschaft (PDF-Link)

Hamburg, 31.08.2020

An die Staatsanwaltschaft Hamburg, z.H. Oberstaatsanwalt Lars Mahnke,

mit Bestürzen mussten wir feststellen, dass die Staatsanwaltschaft Hamburg das Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge im Fall William Tonou-Mbobdas ohne Erhebung einer Anklage eingestellt hat. Als Angehörige verschiedener Hamburger Hochschulen möchten wir unserer Trauer und unserer Empörung über die gewaltvollen Umstände, unter denen ein Schwarzer Student zu Tode gekommen ist, Ausdruck verleihen. Wir sind fassungslos und es verletzt zutiefst unser Rechtsempfinden, dass eine vollständige und nachvollziehbare Aufklärung des Falles in all seinen rechtsstaatlich relevanten Dimensionen bisher ausblieb und er von der Hamburger Staatsanwaltschaft ad acta gelegt werden soll. Mit Blick auf die schleppenden Ermittlungen im
Kontext von Gewalt gegenüber Schwarzen Menschen (bspw. Oury Jalloh, Rooble Warsame, Yaya Jabbi, Ousman Sey, Christy Schwundeck, Laya-Alama Condé) verstehen wir eine Aufklärung als wichtiges politisches Signal.

Wir schließen uns den Forderungen der Black Community Hamburg an, nach denen:

  • der Familie von William Tonou-Mbobda das Recht auf eine juristische Klärung seiner gewaltvollen Todesumstände und die Klärung ihrer diesbezüglichen Fragen ermöglicht werden muss. Hierfür muss eine Anklageerhebung seitens der Staatsanwaltschaft erfolgen;
  • die Einrichtung eines unabhängigen, von der Zivilgesellschaft getragenen Ausschusses zur Untersuchung aller Handlungen und Unterlassungen, die zum gewaltsamen Tod von William Tonou-Mbobda geführt haben, notwendig ist;
  • im allgemeinen Interesse der Öffentlichkeit eine vollständige und nachvollziehbare Aufklärung des Todesfalles in all seinen rechtsstaatlich relevanten Dimensionen durchgeführt werden muss – schon aus Gründen der Rechtssicherheit für andere Hamburger Krankenhauspatient*innen und des Rechtsfriedens für die Familie und weitere Schwarze Menschen in Deutschland;
  • ausdrücklich geprüft werden muss, inwiefern Rassismus eine Rolle in den Todesumständen Tonou-Mbobdas und bei dessen psychiatrischer Behandlung durch das UKE-Personal gespielt hat;
  • es einer Prüfung bedarf, inwiefern das Vorgehen der Sicherheitskräfte von geltenden Richtlinien wie der S3-Richtlinie der DGPPN zur Vermeidung von Zwang abwich.

Wir halten eine lückenlose Aufklärung der Todesumstände William Tonou-Mbobdas und insbesondere die Prüfung dieser auf die Reproduktion rassistischer Diskriminierung für unabdingbar, um eine an den Grund- und Menschenrechten orientierte medizinische Behandlung sowie Justiz und Rechtsprechung zu gewährleisten und zu signalisieren, dass es ein Interesse der Justiz und Rechtssprechung ist, allen in Hamburg lebenden Menschen Schutz und Sicherheit zu bieten.

Verfasser*innen:
Awista Gardi, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im CHIEF-Projekt, HAW Hamburg

Dr. Elina Marmer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Koordination CHIEF-Projekt, HAW Hamburg
Dr. Cornelia Sylla, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im CHIEF-Projekt, HAW Hamburg
Laura Röhr, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, HAW Hamburg
Prof. Dr. Sabine Stövesand, Lehrende an der HAW Hamburg
Prof. Dr. Annita Kalpaka, Lehrende an der HAW Hamburg
Pauline Runge, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HAW Hamburg und Promovierende im Kooperativen Graduiertenkolleg der UHH und HAW Hamburg
Fabian Fritz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, HAW Hamburg
Liesa Rühlmann, Promovierende und Dozentin, Universität Hamburg
Cornelius Lätzsch, Promovierender im Kooperativen Graduiertenkolleg „Vernachlässigte Themen der Flüchtlingsforschung“ der Universität Hamburg und HAW Hamburg

Erstunterzeichner*innen:
Anna van Hoorn, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im CHIEF Projekt, HAW Hamburg
Isabel Collien, Leitung der Stabsstelle Gleichstellung, HAW Hamburg
Dr. Anne Vogelpohl, Lehrende an der HAW Hamburg
Dennis Hölzer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, HAW Hamburg
Prof. Dr. Louis Henri Seukwa, Lehrender an der HAW Hamburg
Prof. Dr. Efthimia Panagiotidis, Lehrende an der HAW Hamburg
Lynn Mecheril, Projektmitarbeiterin für Antidiskriminierung und Diversity, HAW Hamburg
Prof. Dr. Joachim Schroeder, Lehrender an der UHH
Katharina Rybarski, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Hamburg
Simone Plöger, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Promotionsstudentin, Universität Hamburg
Jennifer Adolé Akue-Dovi, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Hamburg
Judith Keinath, fremdsprachliche Angestellte, Universität Hamburg
Florian Muhl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität Hamburg
Lena Narawitz, Promovierende im Kooperativen Graduiertenkolleg „Vernachlässigte Themen der Flüchtlingsforschung“ der Universität Hamburg und HAW Hamburg
Paweł Mehring, Promovierender im Kooperativen Graduiertenkolleg der Universität Hamburg und HAW Hamburg

Cornelia Springer, Wissenschaftliche Koordination „Engagementförderung durch universitäre Lehre“, Universität Hamburg
Dr. Uta Wagner, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Hamburg
Dr. Frauke Meyer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt „Transformationen am Fluchtort Stadt“, Universität Hamburg und Dozentin an der Fachschule für Soziale Arbeit Alsterdorf
Julian Ibrahim Jusuf, Promovierender im Kooperativen Graduiertenkolleg der UHH und HAW Hamburg
Laura Adam, Promovierende und Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Hamburg
Miriam Bach, Promovierende im Kooperativen Graduiertenkolleg der Universität Hamburg und HAW Hamburg
Carolina Colmenares Díaz, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Promovierende und Dozentin, Universität Hamburg
Jonas Kohlschmidt, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität Hamburg
Anna Heudorfer, Promovierende an der UHH (Fakultät Erziehungswissenschaft)
Prof. Dr. Tilman Lutz, Lehrender an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie
Negin Shah Hosseini, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HAW Hamburg und Promovierende im Kooperativen Graduiertenkolleg der UHH und HAW Hamburg
Dr. Tania Mancheno
Prof. Mechtild Gomolla, Helmut Schmidt Universität Hamburg
Niklas-Max Thönneßen, Promovierender im Kooperativen Graduiertenkolleg der Universität Hamburg und HAW Hamburg
Dr. Oliver Leistert, wissenschaftlicher Mitarbeiter ICAM, Leuphana Universität Lüneburg
Prof. Dr. Johanes Richter, Lehrender an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie Hamburg
Prof. em. Dr. Karl-Josef Pazzini, Universität Hamburg
Prof. Dr. Vassilis Tsianos, FH-Kiel
Sabrina Sarkodie-Gyan
Samia Aden, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Kassel
Lena Rathsack, Studentin, Lehramt für Sonderpädagogik
Prof. Dr. Manuela Westphal, Universität Kassel

Prof. Dr. Constantin Wagner, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Dr. Magdalena Knappik, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Bergische Universität Wuppertal
Prof’in Dr. Anke Wischmann, Europa-Universität Flensburg
Meryem Choukri, Doktorandin an der Universität Warwick und Gießen sowie Lehrbeauftragte der Universität Hamburg
Dr. Karin Kämpfe, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Zami Khalil, Psychologe (M.Sc.) Medical School Hamburg und Lehrbeauftragter der Universität Hamburg
Lola Köttgen, Promotions-Studentin an der Universität Hamburg (Erziehungswissenschaft)
Prof. Dr. Alisha M.B. Heinemann, Lehrende an der Universität Bremen
Dr. Johanna Sigl, Leuphana Universität Lüneburg
Anne-Sophie Waag, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Universität Mannheim
Pia Garske, Mitarbeiterin Universität Göttingen
Dr. Caroline Schmitt, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Olezia Boga, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Universität Kassel
Tassilo Schuster, Promovierender an der Universität Hamburg
Dr. Tanja Ehmann
Lisa Basten, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
Prof. Dr. Astrid Messerschmidt, Bergische Universität Wuppertal
Jan Wolter, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrender an der Universität Oldenburg
Tobias Linnemann, Promovierender im Promotionsprogramm Migrationsgesellschaftliche Grenzformationen an der Universität Oldenburg
Olaf Berg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Isidora Randjelović, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Alice Salomon Hochschule Berlin
Prof. Dr. Sabine Broeck, Universität Bremen
Veronika Kourabas, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Universität Bielefeld

Dr. Silke Betscher, Lektorin am Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft/ Universität Bremen
und Vertretungsprofessorin für Gesundheit und Diversität/ Hochschule für Gesundheit Bochum
Prof. Dr. Daniel Bendix, Lehrender an der Theologischen Hochschule Friedensau
Olga Gerstenberger, wissenschaftliche Mitarbeiterin Alice-Salomon-Hochschule
Prof. Dr. Susan Kamel, Professorin für Museologie an der HTW Berlin
Prof. Dr. Iman Attia, Alice Salomon Hochschule Berlin
Prof. Dr. Karim Fereidooni, Lehrender an der Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr. Paul Mecheril, Lehrender an der Universität Bielefeld
Isabel Dean, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Universität Siegen
Dr. phil. Fatoş Atali-Timmer, Universität Oldenburg
Jana Kavermann, Promotionsstudentin Bergische Universität Wuppertal
Jessica Schülein, WissenschaftlicheMitarbeiterin Universität zu Köln
Dr. Vanessa E. Thompson, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fakultät für Kulturwissenschaften, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Kiana Ghaffarizad, Doktorandin an der Universität Vechta
Prof. ́in Dr. Júlia Wéber, Lehrende an der Hochschule Neubrandenburg
Prof. Dr. Susanne Spindler, Lehrende an der HS Düsseldorf
Prof. Dr. Barbara Schramkowski, Duale Hochschule Baden-Württemberg
Prof. Dr. Claus Melter, Fachhochschule Bielefeld
Alessandra Domizi, Doktorandin an der Universität Mannheim
Soniya Alkis, CvO Universität Oldenburg; Studentin
Barbara J. Funck, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Arbeitsbereich Interkulturelle Bildung, Universität Bremen
Prof. Dr. Barbara Schäuble, Lehrende Alice Salomon Hochschule Berlin
Olga Zitzelsberger, TU Darmstadt
Prof. Dr. Heike Radvan, BTU Cottbus Senftenberg
Dr. Inke Du Bois, Universität Bremen

Netzwerk (rassismus)kritische Migrationsforschung, Repräsentation, Community und Empowerment, Universität Bremen
Kritnet – Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung
Bildung – Macht – Rassismus; Rassismuskritische Veranstaltungsreihe; Studentische Initiative der Universität Hamburg und HAW

Offene Anfrage der Black Community Hamburg anlässlich der Wahl zur Hamburger Bürgerschaft 2020

Hamburg, den 10. Februar 2020

Liebe Schwestern und Brüder,

für alle die, die sich an der Bürgerschaftswahl für Hamburg nächste Woche beteiligen wollen, haben wir verschiedenen Parteien einen Fragenkatalog mit Fragen zugeschickt, die für uns als Black Community von besonderer Bedeutung sind. Die Antworten – so sie denn gegeben werden – werden wir dann ebenfalls hier auf unserer Homepage veröffentlichen…

An ausgewählte kandidierende Parteien:

Um den wahlberechtigten Mitgliedern unserer Communities eine nachhaltige Wahlentscheidung zur anstehenden Bürgerschaftswahl zu erleichtern, bitten wir Ihre Partei um die Beantwortung der folgenden Fragen-Komplexe, die wir unter Berücksichtigung der Empfehlungen im Bericht der UN-Experten-Gruppe für Menschen afrikanischer Herkunft nach deren Deutschland-Besuch 2017 (https://documents-dds-ny.un.org/doc/UNDOC/GEN/G17/238/67/PDF/G1723867.pdf?OpenElement S.13ff) zusammengestellt haben:

  • 1. Welche strukturellen Diskriminierungsformen aufgrund von Herkunft, Nationalität, Hautfarbe oder Kolonialgeschichte sind Ihrer Partei in welchen Teilbereichen behördlichen Wirkens bekannt und welche konkreten Maßnahmen unternimmt Ihre Partei, um solche verfassungsrechtlich relevanten Menschenrechtsverletzungen effektiv zu unterbinden?
  • 2. Wie gedenkt Ihre Partei die Erfassung institutioneller Diskriminierungen im Hamburger Behördenalltag zu etablieren und wie sollen die jeweils Betroffenen nach der Vorstellung Ihrer Partei in eine solche Erfassung und Evaluierung eingebunden werden?
  • 3. Welche konkreten Beiträge leistete bzw. plant Ihre Partei zur Umsetzung der UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft 2015-2024 zu leisten?
  • 4. Wie gedenkt Ihre Partei strukturellen Benachteiligungen von Menschen afrikanischer Herkunft beim Zugang zu angemessenem und bezahlbarem Wohnraum und insbesondere bei Kindeswohlgefährdungen durch Zwangsmaßnahmen wie Familientrennungen, Zwangsverteilungen und voreiligen Inobhutnahmen wirksam entgegenzutreten?
  • 5. Welche Maßnahmen erachtet Ihre Partei als notwendig, um im Diskurs über die historische Verantwortung der Hansestadt im Rahmen kolonialer Verbrechen, Bereicherungen und Kontinuitäten mehr allgemein-öffentliche Wahrnehmung und Partizipationsmöglichkeiten für Betroffene zu ermöglichen?
  • 6. Ethnische und intersektionale Mehrfachdiskriminierungen (be)treffen besonders Menschen afrikanischer Herkunft sowohl im Alltag, als auch durch institutionelles Handeln von Behörden und öffentlichen Einrichtungen. Andererseits besteht gesamtgesellschaftlich eine hohe Abwehrneigung gegen die bloße Benennung von Ungleichbehandlungen auf der Grundlage stereotyper Vorurteile und mangelnder interkultureller Kompetenz. Welchen konkreten politischen Handlungsbedarf sieht Ihre Partei bei der Wahrnehmung, Anerkennung und Eindämmung rassistischer Diskriminierungen, dem Schutz insbesondere Schwarzer Frauen und Kinder vor Gewalterfahrungen und dem gleichberechtigten Zugang von Menschen afrikanischer Herkunft zu Bildung, Teilhabe und juristischer Gleichbehandlung?
  • 7. Wie verhält sich Ihre Partei zu der hohen Anzahl von polizeilichen Kontrollmaßnahmen gegen Menschen afrikanischer Herkunft – insbesondere in den sog. „Gefahrengebieten“, in denen die Polizeibeamten doch angeblich JEDEN Menschen „anlasslos“ kontrollieren dürften und welche Maßnahmen zur objektivierbaren Evaluation solcher Eingriffe in die Grund- und Menschenrechte der Betroffenen sollten nach Meinung Ihrer Partei hierzu eingeführt werden?
  • 8. In Fällen von schweren körperlichen Verletzungen und Todesfällen im Zusammenhang mit polizeilichen oder institutionellen Zwangsmaßnahmen und Freiheitsentziehungen bestehen aktuell keinerlei nachvollziehbare statistischen Erhebungen (vgl. hierzu Drucksache 21/19348 der Bürgerschaft Hamburg vom 7.1.20 https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/69062/todesfaelle_im_zusammenhang_mit_polizeilichen_massnahmen.pdf). Welche Form der Dokumentation, Evaluation und Fehlerkultur zur Verhinderung dadurch vermeidbarer Todesfälle hält Ihre Partei für zwingend erforderlich?
  • 9. Wie steht Ihre Partei zur grundsätzlichen Einbeziehung unabhängiger zivilgesellschaftlicher Experten und Organisationen in Fällen wie unter Punkt 7 ausgeführt, die insbesondere die bis dato strukturell nicht berücksichtigten Fragen und Interessen von Hinterbliebenen und Betroffenen vertreten?
  • 10. Nach dem gewaltsamen Tod von William Tonou-Mbobda Ende April 2019 und weiteren Todesfällen im Zusammenhang mit Zwangsfixierungen insbesondere von Menschen in psychischen Ausnahmesituationen fragen wir Ihre Partei, mit welchen konkreten Strategien sie solchen vermeidbaren Todesfällen zukünftig entgegentreten wollen?
  • 11. Wie positioniert sich Ihre Partei ganz grundsätzlich zu Zwangsbehandlungen und Zwangsfixierungen in der Psychiatrie – insbesondere unter Hinzuziehung von medizinisch nicht ausgebildetem Sicherheitspersonal – und welche Rahmenbedingungen würde Ihre Partei verändern, um solchen Behandlungszwang zu überwinden?
  • 12. Trotz der bekannten Risiken und Gefährdungen für Leib und Leben durch staatliche und nicht-staatliche Akteure in den Herkunftsländern von Geflüchteten aus dem Afrikanischen Kontinent ist die Anerkennungsquote dieser Gefahrenaspekte in deren Asylverfahren unterdurchschnittlich niedrig. Neben diesen formalisierten Anerkennungsverweigerungen gibt es alleine in Hamburg geschätzte 20.000 illegalisierte Menschen ohne Dokumente, deren Notlagen in illegalen Arbeitsmarktsektoren unmenschlich ausgebeutet werden. Welche Lösungsvorschläge zur Umsetzung von Gleichbehandlung im Asylverfahren, zur Legalisierung illegalisierter Menschen, zur Integration beider Personengruppen in den regulären Arbeitsmarkt und für deren gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hat Ihre Partei anzubieten?

Wir bedanken uns für Ihre Antworten und Stellungnahmen.

Touch ONE – Touch ALL!

Black Community in Hamburg

PDF: 2020-02-10_Offene Anfrage zur Wahl zur Hamburger Bürgerschaft 2020